Hausdurchsuchungen und Folter in Dimitrowgrad — Älterer Gläubiger ins Krankenhaus eingeliefert
Gebiet UljanowskAm 3. Februar 2026 fand in Dimitrowgrad eine Reihe gewaltsamer Hausdurchsuchungen statt. Die Ermittlungsbeamten setzten brutale Gewalt gegen Mitglieder von mindestens drei Familien ein. Igor Popow, 60, wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Er und Igor Balaschow, 59, wurden unter Hausarrest gestellt, während das Ehepaar Alexander und Irina Elisarow, in Untersuchungshaft genommen wurde.
Ermittlungsbeamte brachen frühmorgens in das Haus der Popows ein. Als Igors Frau Zhanna die Tür öffnete, wurde sie von einem maskierten Beamten zu Boden geworfen. Die 57-jährige Gläubige stürzte und verletzte sich am Knie. "An diesem Tag waren es draußen minus 25 Grad, also war der Vorraum sehr kalt. Ich trug nur ein Nachthemd. Sie haben mich zu Boden gedrückt. Ich zitterte vor Schock und Kälte. Ich verstand nicht, wer diese Leute waren oder was sie wollten", sagte sie.
Während der Durchsuchung führte ein Beamter, der ein Computerpasswort verlangte, Igor Popow in den kalten Vorraum, drückte sein Gesicht auf den Boden und schlug ihm auf den Rücken, während er ihm gewaltsam den Hals verdrehte. Nach der Durchsuchung wurde Popow ins FSB-Büro in Dimitrowgrad gebracht. Laut Popow wurde er mit auf dem Rücken gefesselten Händen erneut geschlagen, dann ausgezogen und wiederholt mit Elektroschocks am ganzen Körper gefoltert. Er wurde unter Druck gesetzt, eine vorgefertigte selbstbelastende Aussage und eine Vereinbarung zur "Zusammenarbeit" mit der Ermittlungsbehörde zu unterzeichnen.
Während einer medizinischen Untersuchung wurden an Popows Körper umfangreiche Blutergüsse, Schwellungen und andere Verletzungen festgestellt. Am 5. Februar stellte ihn das Gericht unter Hausarrest, doch am nächsten Tag wurde er wegen seiner Verletzungen ins Krankenhaus, in die Chirurgie, eingeliefert. Eine Anzeige wegen der Folter wurde bei den Strafverfolgungsbehörden eingereicht.
Auch Igor Balaschow wurde gezwungen, eine vorab vorbereitete "Aussage" zu unterschreiben. Die Durchsuchung seines Hauses begann um 6:00 Uhr morgens. Gegen Mittag wurde er nach Uljanowsk ins FSB-Büro zur Vernehmung gebracht, welche jedoch erst gegen Mitternacht begann. Die ganze Zeit über — etwa 20 Stunden — durfte er weder trinken, essen, noch verschriebene Medikamente gegen seine chronischen Krankheiten einnehmen. Als das Verhör gegen Mitternacht begann, war sein Blutdruck stark gestiegen, die Hälfte seines Gesichts war taub und er zitterte.
Eine weitere Durchsuchung fand im Haus einer jungen Familie statt. Das Ehepaar wurde zu Boden geworfen und mit Handschellen gefesselt. Erst nach 2 Stunden wurde die Frau aufgehoben und, immer noch in Handschellen, auf das Bett gesetzt. Laut ihrer Aussage, wurde ihr schwerkranker Mann in ein anderes Zimmer gebracht, wo er gewaltsam aufgefordert wurde sein Handy zu entsperren. Er durfte sich erst nach anderthalb Stunden anziehen, obwohl die während der Durchsuchung häufig die Balkontür geöffnet wurde und es draußen sehr kalt war.
In der Oblast Uljanowsk haben sechs Zeugen Jehovas bereits wegen ihres friedlichen Glaubens Bewährungsstrafen erhalten.
